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Pfarre Höflein an der Donau

Orgelprojekt

Die Pfarre Höflein stand seit Sommer 2018 vor der Herausforderung der Sanierung des Orgelchores und damit verbunden auch der Orgel. Im Folgenden finden Sie eine kurze Zusammenfassung der Problematik und einen aktuellen Stand der Dinge.

Das Problem

Seit Spätsommer des Jahres 2018 zeigten sich am Höfleiner Orgelchor statische Probleme. Der Balken, der quer durch das Kirchenschiff verlief, schien sich leicht durchzubiegen, das gesamte Brüstungswerk (der „Klingende Spieltisch“) der Orgel begann nach vorne zu kippen, was wiederum einen Druck auf die Orgelfront auslöste, die sich in der horizontalen Mitte durchbog.

Am Spieltisch waren seitlich ebenso keilförmige Spalten in der Holzverkleidung entstanden, die Trakturen (also das „Übertragungssystem“ zwischen Tasten bzw. Register zur Windlade, auf der die Pfeifen stehen) nicht mehr in einer Ebene, sondern verliefen deutlich in Richtung Altar nach unten. Auch bei der Windversorgung (also der „Luft“ der Orgel) vom Hauptwerk zum Brüstungspositiv (zu den Pfeifen im Spieltisch) entstand ein starker Windverlust, da der Windkanalanschluss ebenso nicht mehr in der ursprünglich waagrechten Ebene verlief, sondern durch eine deutliche Senkung in Richtung Brüstung undicht geworden war und Wind ausströmte.

Es zeigte sich, dass das Durchbiegen des tragenden Querbalkens in Kombination mit einer nicht sinnvollen bzw. ausreichenden Verankerung der vom Spieltisch in das Hauptwerk hineinreichenden Auflageträger zu dieser Problematik geführt hatte.

Die Problemlösung

Nach einer ersten gemeinsamen Begehung mit DI Breitenseher vom Bauamt des Stiftes, einem Statiker, dem Orgelbaumeister, der die Orgel bis dahin immer wieder betreute und wartete, einer Tischler-Firma und mir als Vertreter der Pfarre (und v. a.  Organist) folgten zahlreiche weitere Begehungen mit Vertretern des Denkmalamtes, dem damaligen Leiter des erzbischöflichen Referates für Kirchenmusik Konstantin Reymaier und weiteren Orgelbauern. Wir beratschlagten viele Stunden, oft in eisig kalter Kirche, um die sinnvollste und beste Lösung für den Höfleiner Orgelchor und die Höfleiner Orgel zu finden.
Es wurden viele Lösungsvorschläge durchgedacht. Als am sinnvollsten wurde ein Ersetzen des durchgebogenen Balkens durch eine Stahlkonstruktion, die in Folge mit Holz so verkleidet werden sollte, dass die alte Optik wiederhergestellt ist, erachtet.

Im Zuge dessen sollte die Chorbrüstung auch um ca. einen halben Meter weiter nach vorne gesetzt werden, um den Chorsängerinnen und -sängern und dem Kirchenorchester etwas mehr Platz zu geben, denn auch bei diversen Begehungen zeigte sich immer wieder großes Erstaunen darüber, dass auf dem kleinen und beengten Höfleiner Kirchenchor sogar Orchester-Messen musiziert werden und als die Anzahl der Mitwirkenden genannt wurde, wurde dieses noch größer.

Aus einem Projekt werden zwei...

Wurde vorerst angedacht, nur die Chorkonstruktion zu erneuern und quasi um den Spieltisch bzw. unter ihm herumzubauen, wurde schließlich aber immer deutlicher, dass es nicht nur um eine statische Lösung der Problematik, sondern einerseits um die Sanierung bzw. Erneuerung des Orgelchores aber andererseits auch um das Instrument Orgel gehen muss. Da die Orgel zu einem großen Teil auf der zu erneuernden alten Holzkonstruktion stand und für die Sanierung abgebaut werden musste, kristallisierte sich immer deutlicher heraus, dass es nicht sinnvoll erschien, die Orgel in ihrem Ist-Zustand nach der Sanierung des Chores einfach wieder aufzubauen. Denn der Ab- und Wiederaufbau kostet natürlich, die Qualität des Ist-Zustandes (v.a. durch eine „Renovierung“ der 1960er und die leider ebenso als misslungen zu bezeichnende letzte Sanierung) war aber nicht für die nächsten 150 bis 200 Jahre denkbar – und in diesen zeitlichen Dimensionen ist es bei diesem Projekt angesagt zu denken. In anderen Worten: Ein altes desolates Haus kann man, wenn das Fundament, auf dem es steht, brüchig ist, entweder abreißen oder gesamt sanieren. Das Haus jedoch abzubauen und nach Sanierung des Fundamentes wieder im alten Zustand desolat aufzubauen kommt wohl nicht in Frage…

Die Orgel

Wie ist es nun um das „Haus“ bestellt?, lautete daher die nächste Frage.

Der „Kern“ der Höfleiner Orgel stammt aus dem Jahr 1882. Der Klosterneuburger Orgelbauer Franz Reusch baute ein für die damalige Zeit eher „konservatives“ Instrument, das aber an dem für die niederösterreichische Orgellandschaft typischen Barock-Klang festhält. Das Pfeifenmaterial wurde durch Verluste des Ersten Weltkrieges, aber auch einige „Renovierungen“ der 1950er und 1960er-Jahre (hier vor allem die Holzpfeifen) teilweise ersetzt. Die in diesem Sinne nicht gut gearbeitete Vergrößerung des Jahres 2002 brachte musikalisch zwar eine Bereicherung für die Höfleiner Kirchenmusik, aber den Verlust von Großteilen der Mechanik Reuschs und damit leider eher eine weitere Abwertung des Instrumentes.

Nun zeigte sich aber bei Begehungen mit diversen Orgelbauern, dass die Metallpfeifen zum Großteil noch im Original vorhanden sind, auch die Windlade (also das „Herz“ der Orgel). Die Pfeifen Reuschs sind alle ausgesprochen gut gearbeitet. Sie ergeben den für die Höfleiner Orgel typischen Klang, der, und das ist eben auch typisch für die Orgeln Reuschs, klanglich eher den hoch- oder spätbarocken Orgeln kleinerer Bauart gleich kommt.

Ziel ist daher, in Absprache mit dem Referat für Kirchenmusik der Erzdiözese Wien sowie dem Bundesdenkmalamt, eine fachkundige Renovierung der noch von Reusch vorhandenen Teile und eine Ergänzung bzw. ein Teilneubau der fehlerhaften oder schlecht gearbeitet Teile im Stile Reuschs bzw. seines Orgelbaulehrers Johann Georg Fischers, sodass sich ein gut funktionierender, klanglich überzeugender und spieltechnisch einwandfreier Gesamteindruck (klanglich, optisch und haptisch) ergibt. Die Schönheit des eigentlichen Instrumentes Reuschs soll wiederhergestellt und mit dem historisierenden Teilneubau ein gutes und einwandfreies Instrument, an dem auch zukünftige Generationen spielend und hörend ihre Freude haben, ergeben.

In Absprache mit dem damaligen Leiter des erzbischöflichen Referates für Kirchenmusik, Domorganist Konstantin Reymaier, für dessen beratende Hilfe wir sehr dankbar sind, wurden drei Orgelbau-Firmen angeschrieben, die in Folge jeweils vor Ort eine Begehung gemeinsam mit dem Höfleiner Organisten hatten, und Kostenvoranschläge ausarbeiteten.

Höfleiner Orgel 2019

Vorbilder für die Höfleiner Orgelrestaurierung

Nun war es vor allem dem Höfleiner Organisten ein großes Anliegen, dass das Projekt Orgelrenovierung auf allen Ebenen und auch historische gut recherchiert wirklich gelingen sollte. Da sich deutlich zeigte, dass die originalen Metallpfeifen des Orgelbauers Reusch aus dem Jahr 1882 in einem derart guten Zustand waren und auch die Windlade noch gut erhalten war, sollte alles Übrige ein in sich stimmiges und zur Höfleiner Pfarrkirche passendes Instrument, ein musikalisches Kleinod, ergeben.

Der Erbauer der Höfleiner Orgel, Franz Reusch (1817-1887), wurde 1817 im damaligem Großherzogtum Baden geboren und war einer von vielen Orgelbauern, die auf der Wanderschaft nach Österreich kamen und hier sesshaft wurden. Er arbeitete ab 1840 als Gehilfe des ebenso zugezogenen und aus Bayern stammenden Orgelbauers Johann Georg Fischer (1769-1850), der seine Werkstatt in Klosterneuburg Nr. 90 (Ecke Leopoldstraße-Lebsaftgasse) hatte. J. G. Fischer suchte 1801 beim Magistrat der landesfürstlichen Stadt Klosterneuburg um Niederlassungsbewilligung an; ab dem Jahr 1821, in dem er die große Stiftsorgel in Klosterneuburg einer umfassenden Renovierung unterzog, nannte er sich „Stiftsorgelbauer“. Fischer war für die Entwicklung des österreichischen Orgelbaus im 19. Jh. zweifellos bedeutend und Reusch hatte in ihm einen guten Lehrmeister. Von Fischers 26 überlieferten Neubauten sind lediglich vier erhalten. – Die Orgel der Pfarrkirche St. Martin in Aspern in Wien (1813), Fischers ersten Neubau in Österreich, außerdem Schöngrabern (1819), Großmugl (1831) und Theiß (1842).

1840 trat Franz Reusch, wie erwähnt, in Fischers Werkstätte ein und hatte wohl den Hauptanteil der Arbeiten an Fischers letzten Orgelbauten, so 1845 in Floridsdorf, 1847 in Korneuburg und 1848 in Döbling. Fischer verstarb am 5. Juli 1850 im Alter von 81 Jahren an Altersschwäche. An Stelle von Fischers Sohn, der 1834 als selbständiger Orgelbauer in Krems aufscheint, führte Reusch den Betrieb bis zu seinem Tod im Jahre 1887 weiter. Er erwarb sich in seiner Zeit bei Fischer offenbar einen so guten Ruf, dass er nach der Übernahme der Werkstatt in den zentralen Gegenden Niederösterreichs bis weit in den Nordosten des Landes tätig werden konnte. Reusch selbst beschäftigte sich quasi nur mit dem Bau einmanualiger Werke. Es ist nur eine einzige von ihm gebaute zweimanualige Orgel bekannt (St. Andrä an der Traisen). Reusch war also ein typischer „Landorgelbauer“ im positiven Sinn, der sich mit bescheidenen Dimensionen begnügte und der – eher untypisch für seine Zeit – gleichzeitig an einer barocken Bauweise und Registerauswahl festhielt. Und hier war er wohl ganz in den Fußstapfen seines Lehrers. Ein besonderes Merkmal der Reusch-Orgeln ist die Anordnung der Registerzüge. Sie befinden sich in einer Reihe über der Manualklaviatur – so, wie beim Harmonium. So war es auch in Höflein, bis zur Erweiterung um ein zweites Manual im Jahr 2002.

Nun startete der Höfleiner Organist im Sommer 2020 eine „Orgel-Tour“ und versuchte, wichtige Vergleichsinstrumente der beiden genannten Orgelbauer anzusehen. Franz Reusch: Neustift am Walde (1855), St. Andrä an der Traisen (1861, das einzige – als solches nicht sehr gelungene – zweimanualige Werk), Sonnberg bei Hollabrunn (1864), Chorherrn (1874), Kritzendorf (1881) Johann Georg Fischer: Aspern St. Martin, Wien 22 (1813), Großmugl (1831-33), Theiß (1842).

Die wohl wichtigste und simple Erkenntnis war: Franz Reusch baute, wie gesagt, einmanualige Werke recht ähnlicher Bauart. Die „Schwesternorgel“ zur Höfleiner Orgel im Originalzustand steht in der Nachbarpfarrkirche Kritzendorf und wurde 2014 restauriert. Eine zweimanualige Orgel, wie sie nun in Höflein war, wäre eher in der Größe und Disposition von Reuschs Lehrer Johann Georg Fischer gewesen. So stellte sich also nun – in Absprache mit allen wichtigen Fachinstanzen von Kirchenmusikkommission, Denkmalpflege, etc. – die Frage, wie mit der Höfleiner Orgel weiter zu verfahren sei. Durch die diversen „Renovierungen“ hatte sie jeweils originales Pfeifenmaterial eingebüßt, die Vergrößerung auf ein zweites Manual hatte einen spieltechnischen und klanglichen Vorteil gebracht, der für eine lebendige Kirchenmusik natürlich nicht wieder rückgebaut werden sollte. Andererseits war der Ist-Zustand in spieltechnischer und historischer Hinsicht nicht vertretbar und musste obendrein ohnehin durch die statische Sanierung erneuert werden.

So wurde immer klarer, dass das Orgelprojekt für Höflein letztendlich eine Orgel ergeben sollte, die einerseits die alten und gut erhaltenen Teile Reuschs restauriert aufgreift und durch einen (historisierenden) Neubau des Spieltisches und Positives sich in den „Übergang“ von Fischer zu Reusch einordnet.

Das Vorhaben wurde konkret: Restaurierung der alten Windlade und des Hauptwerkes, historisierender Neubau des Spieltisches, Neubau eines Pedalkastens zwischen den hinteren Turm-Säulen hinter dem Hauptwerk der Orgel. Der Spieltisch sollte in Optik und Registerauswahl den Vorbildern der Fischer-Orgeln folgen und sich somit in das Gesamtkonzept gut eingliedern. Gesamt sollte sich ein in sich stimmiges Instrument ergeben, das von Fischer und Reusch so gebaut hätte werden können.

Nun startete der Höfleiner Organist im Sommer 2020 eine „Orgel-Tour“ und versuchte, wichtige Vergleichsinstrumente der beiden genannten Orgelbauer anzusehen. Franz Reusch: Neustift am Walde (1855), St. Andrä an der Traisen (1861, das einzige – als solches nicht sehr gelungene – zweimanualige Werk), Sonnberg bei Hollabrunn (1864), Chorherrn (1874), Kritzendorf (1881) Johann Georg Fischer: Aspern St. Martin, Wien 22 (1813), Großmugl (1831-33), Theiß (1842).

Die wohl wichtigste und simple Erkenntnis war: Franz Reusch baute, wie gesagt, einmanualige Werke recht ähnlicher Bauart. Die „Schwesternorgel“ zur Höfleiner Orgel im Originalzustand steht in der Nachbarpfarrkirche Kritzendorf und wurde 2014 restauriert. Eine zweimanualige Orgel, wie sie nun in Höflein war, wäre eher in der Größe und Disposition von Reuschs Lehrer Johann Georg Fischer gewesen. So stellte sich also nun – in Absprache mit allen wichtigen Fachinstanzen von Kirchenmusikkommission, Denkmalpflege, etc. – die Frage, wie mit der Höfleiner Orgel weiter zu verfahren sei. Durch die diversen „Renovierungen“ hatte sie jeweils originales Pfeifenmaterial eingebüßt, die Vergrößerung auf ein zweites Manual hatte einen spieltechnischen und klanglichen Vorteil gebracht, der für eine lebendige Kirchenmusik natürlich nicht wieder rückgebaut werden sollte. Andererseits war der Ist-Zustand in spieltechnischer und historischer Hinsicht nicht vertretbar und musste obendrein ohnehin durch die statische Sanierung erneuert werden.

Der Höfleiner Organist am Spieltisch der Orgel in Großmugl – dem Vorbild für den neuen Spieltisch in Höflein, im Dezember 2021

So wurde immer klarer, dass das Orgelprojekt für Höflein letztendlich eine Orgel ergeben sollte, die einerseits die alten und gut erhaltenen Teile Reuschs restauriert aufgreift und durch einen (historisierenden) Neubau des Spieltisches und Positives sich in den „Übergang“ von Fischer zu Reusch einordnet.

Das Vorhaben wurde konkret: Restaurierung der alten Windlade und des Hauptwerkes, historisierender Neubau des Spieltisches, Neubau eines Pedalkastens zwischen den hinteren Turm-Säulen hinter dem Hauptwerk der Orgel. Der Spieltisch sollte in Optik und Registerauswahl den Vorbildern der Fischer-Orgeln folgen und sich somit in das Gesamtkonzept gut eingliedern. Gesamt sollte sich ein in sich stimmiges Instrument ergeben, das von Fischer und Reusch so gebaut hätte werden können.

Entwurf für den Höfleiner Spieltisch

Prospektentwurf

Der neue Spieltisch entsteht

Vorfreude auf den neuen Spieltisch im März 2023

Die Orgelwerkstädte Alois Linder

Orgelbauer Linder in der Höfleiner Orgel

Aus den für die Sanierung der Höfleiner Orgel in Frage kommenden Orgelbauern wurde schließlich die Orgelbaufirma Alois Linder aus Bayern ausgewählt. Diese wurde 1992 von Alois Linder in Nußdorf am Inn (Bayern) gegründet. Schwerpunkt war zunächst das Restaurieren historischer Orgeln, bald wurden aber auch Instrumente neu gebaut.

„Die Wurzeln unserer klanglichen und handwerklichen Vorstellungen liegen im historischen süddeutschen Orgelbau. Ziel unserer Arbeit ist es, neue Orgeln von hoher handwerklicher, technischer und klanglicher Qualität mit heimischen Hölzern zu bauen. Durch unsere Erfahrungen bei der Restaurierung historischer Instrumente wissen wir, dass Klangqualität und Lebensdauer von der Qualität der Materialien, der handwerklichen Verarbeitung und der Wartungsfreundlichkeit abhängt“, erklärt Orgelbaumeister Linder seine Philosophie.

Die zehn Mitarbeiter seiner Orgelbauwerkstätte sind Orgelbauer, Tischler und Kirchenmusiker. Neben diesen ist der Werkstoff Holz seine wichtigste Ressource. Es wird sorgsam in einem Lager hinter der Werkstatt aufbewahrt. „Unser Holz wächst auf Lagen über 1000m und wird immer erst im Winter geschlagen. Die Zeit um Weihnachten und bestimmte Mondphasen werden bevorzugt. Der Abtransport aus dem Wald erfolgt manchmal sogar mit Pferden. Nach dem Einschnitt im Sägewerk – meist im sogenannten ‚Viertelschnitt‘ – wird das Holz über mehrere Jahre im eigenen Holzlager luftgetrocknet. Erst dann hat es die Reife erlangt, um in einer Orgel verarbeitet zu werden. Die Ausführung der Restaurierungsarbeiten erfordert einerseits ein hohes Maß an handwerklichen Fähigkeiten, andererseits aber auch die Hinwendung zum Instrument und dessen spezifischen Eigenarten. Beim Umgang mit historischen Orgeln stehen wir oft mit Ehrfurcht vor den schöpferischen Leistungen der damaligen Orgelbauer.“

Auf diese Art und Weise hat seine Firma mittlerweile einen Ruf erlangt, der weit über die Grenzen Bayerns hinaus bekannt ist und Aufträge im ganzen süddeutschen Raum erhalten, die bis nach Wien und Niederösterreich führen. Nach der Besichtigung der Werkstätte und der 2016 neu gebauten Orgel in Wonneberg (Bayern) sowie der 2019 durch die Fa. Linder restaurierten Barockorgel in der Wallfahrtskirche Hafnerberg (NÖ) war der Höfleiner Organist vollends überzeugt, dass die Höfleiner Orgel bei der Fa. Linder in den besten Händen liegen würde.

Das Team der Orgelwerkstätte Linder

Abbau der Höfleiner Orgel

Im Sommer 2022 wurde schließlich die Höfleiner Orgel abgebaut. Alle Teile, die zu restaurieren sind wurden nach Bayern in die Werkstätte des Orgelbauers gebracht. Beim Abbau in der Kirche halfen auch einige Höfleiner mit.

Die Kirche wurde immer voller mit den zahlreichen Pfeifen

Abseilen der schweren Windlade, des „Herzstückes“ der Orgel

die ausgehöhlte Höfleiner Orgel

der Höfleiner Organist beim letzten Spiel vor dem Abbau, am 7. August 2022

Letztes Spiel auf der Höfleiner Orgel vor dem Abbau zur Renovierung am 7.8.2022
Improvisation zum Auszug über „Lasst uns loben, Freunde loben“
An der Orgel: der Höfleiner Organist Prof. Christian Alfons

Abbau des Orgelchores

Im Herbst 2022 entfernte der Tischler die Holzpaneele der Chorbrüstung, die nach der Sanierung wieder angebracht werden sollen. Die Freiwillige Feuerwehr Höflein, der an dieser Stelle ein großer Dank gebührt, trug nun die desolaten Holzbalken ab. Dabei zeigte sich auch, dass einer der tragenden Balken wirklich in voller Breite gesprungen war.

Der desolate gesprungene „tragende“ Balken

Wiederaufbau des Orgelchores

Dass das Problem der Senkung der Chorempore nicht ganz neu gewesen sein dürfte, zeigte sich auch, als im November 2022 schließlich der Betonzubau an eine barocke Säule entfernt wurde, der zwischen 1935 und 1950 an diese angebracht worden war, da sich der tragende Holzbalken schon zu dieser Zeit erstmals wohl verdreht oder abgesenkt haben dürfte. Die Annahme, dass es sich um eine Ziegelmauer handle, wurde leider nicht bestätigt und es musste eine Spezialfirma beauftragt werden, die den mit Armierungen versehenen Beton im wahrsten Sinne des Wortes scheibchenweise heraussägte. Der Zubau konnte entfernt werden, da er den desolaten Holzbalken ja nicht mehr tragen musste und so konnte nun die schlanke barocke Säulenoptik wiederhergestellt werden.

Als nächster Schritt wurde das Mauerwerk für die neue Stahlunterkonstruktion der Chorbrüstung vorbereitet, die Ende November 2022 geliefert und montiert wurde. Im März 2023 wurde die gesamte Elektrik am Chor überarbeitet und teilweise in den Boden verlegt, um die turmtragenden Säulen nicht anstemmen zu müssen. Die Maurerarbeiten wurden dabei jeweils von den stiftlichen Handwerkern durchgeführt. Ebenso wurde im März durch den Tischler die Untersicht der Chorbrüstung montiert, wobei die alten fast 200-jährigen Holzfüllungspaneele wieder montiert wurden und der Rest nach der alten Vorlage passend ergänzt wurde. Auf der Oberseite der Stahlträger wurde ein Naturholzboden verlegt, sodass die Höfleiner Kirchenmusik nun endlich wieder „Boden unter den Füßen“ hat.

die stiftlichen Maurer legen die vorbereitete Elektrik in den barocken Boden

die neue Stahlunterkonstruktion

Bis zur Fertigstellung musizierte die Höfleiner Kirchenmusik in Ensembles in der Apsis mit einer geliehenen Truhenorgel.

Wiederaufbau der Orgel

Informationen zum Wiederaufbau der Orgel und zur Orgelrestaurierung finden Sie in der Festschrift zur Orgelweihe

Die Kosten

Damit Sie einen Einblick in die Kosten des Projektes haben, sollen auch diese kurz erläutert werden:

Das Gesamtprojekt Orgelempore und Orgel beläuft sich auf eine Gesamtsumme von rund € 311.000.

Diese setzt sich zusammen aus:
Kosten für die statische Sanierung und bauliche Lösung (ca. € 105.000)
sowie
Kosten für die Orgel, also Orgelabbau, die Restaurierung & der Teilneubau und der Wiederaufbau des Instrumentes (ca. € 206.000)

Abzüglich der Förderung durch das Bundesdenkmalamt und das Land Niederösterreich bzw. die Drittelunterstützung in baulichen Angelegenheiten durch das Stift Klosterneuburg und die Diözese, für die wir sehr dankbar sind, bleiben für die kleine Pfarre Höflein gesamt aber immer noch rund € 230.000 für das Gesamtprojekt (davon rund € 200.000 für die Orgelrenovierung), die es zu stemmen gilt.

Wir waren in der Zwischenzeit nicht untätig und haben durch diverse Veranstaltungen, Flohmärkte, Konzerte, Spendenaktionen u.ä. bereits rund € 148.000 (Stand: Mai 2024) für die Renovierung der Orgel durch pfarrliche Aktivitäten aufgetrieben.

Wir bitten SIE auch um IHRE Hilfe!

Wozu das alles? – Eine vielleicht berechtigte Frage, in Zeiten, in denen der Kirchenbesuch in vielen Pfarren eher sinkend ist, in denen es auch viele andere gesellschaftliche und finanzielle Probleme  zu stemmen gibt. Und dennoch: Dass wir eine statische Lösung der Chorbrüstung dringend brauchten war klar (und zeigte sich obendrein deutlich bei deren Abbau). Dass wir, wenn wir schon etwas sanierten, hier nach einer Lösung zu suchen hatten, die eine zufriedenstellende und möglichst optimale für die Generationen der nächsten Jahrhunderte war, war ebenso schnell sicher. Denn: Es gilt, die Pfarrkirche Höflein in Ihrer Schönheit und die Tradition der Kirchenmusik in Höflein, die hier seit 1751 praktiziert wird, zu bewahren. Wir feiern hier jeden Sonntag und zu allen Feiertagen Gottesdienst. Die Höfleiner Kirche ist ein Ort, an dem seit Jahrhunderten wichtige Stationen im Leben der Menschen begangen werden: Taufe, Erstkommunion, Hochzeit, Begräbnis. Freud und Leid, Tod und Auferstehung wird hier seit langer Zeit begangen. Und was wäre ein Fest ohne Musik? Die Pfarrkirche in Höflein ist auch IHRE Kirche! Sie dürfen sich hier jederzeit willkommen fühlen! Wir stellen uns dieser großen Herausforderung mit Freude. Helfen Sie uns aber bitte dabei, dieses Projekt in unserer – IHRER – Höfleiner Kirche zu verwirklichen!

Christian Alfons, Organist der Pfarre Höflein

Spendenkonto bei der Raiffeisenbank Kritzendorf, lautend auf „Pfarre Höflein“

IBAN: AT69 3236 7000 0021 3025

Bitte geben Sie im Feld „Verwendungszweck“ unbedingt „ORGEL“ an, damit Ihre Spende für dieses Projekt verwendet wird!

Bei der Orgelweihe am 23. September 2023       © Birgit Götz

Höfleiner Sommernachtskonzerte

Alle Infos zu den Höfleiner Sommer- und Winternachtskonzerten

Kirchenmusik

Ob Zuhören oder Mitmusizieren, die Kirchenmusik Höflein freut sich auf Sie